Lexikon Online-Shopping
Von Abofalle bis Zollwert: 60 Begriffe rund um Online-Einkauf, Verbraucherrecht und Shop-Gründung, jeweils mit kurzer Antwort, Erklärung und Fundstelle.
Der 3-Euro-Zoll ist ein fester Zoll, den die EU seit dem 1. Juli 2026 auf Fernabsatzsendungen an Verbraucher mit einem Sachwert bis 150 Euro erhebt, je Warenart mit eigener Zolltarifeinreihung.
Der 30-Tage-Preis ist der niedrigste Gesamtpreis, den ein Händler in den 30 Tagen vor einer beworbenen Preisermäßigung verlangt hat; er muss nach § 11 Preisangabenverordnung angegeben werden.
Eine Abofalle ist ein Angebot, bei dem Verbraucher unbemerkt einen kostenpflichtigen Dauervertrag abschließen sollen, etwa durch versteckte Hinweise oder irreführende Bestellschaltflächen.
Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) sind vorformulierte Vertragsbedingungen, die ein Händler für viele Verträge verwendet; sie gelten nur, wenn sie wirksam einbezogen wurden.
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet seit dem 28. Juni 2025 viele Anbieter von Online-Shops, ihre Angebote barrierefrei zu gestalten.
Die Bestellbestätigung ist die Eingangsbestätigung, die ein Online-Händler nach § 312i BGB unverzüglich elektronisch schicken muss; sie bestätigt den Eingang, nicht zwingend schon den Vertrag.
Der Bestellbutton ist die Schaltfläche, mit der du eine Online-Bestellung abschickst; sie muss nach § 312j Abs. 3 BGB eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen.
Die Buchpreisbindung schreibt vor, dass neue Bücher in Deutschland überall zum vom Verlag festgesetzten Preis verkauft werden, auch online.
Ein Chargeback ist die Rückbelastung einer Kreditkartenzahlung über die kartenausgebende Bank, etwa wenn bezahlte Ware nicht geliefert wurde.
Click and Collect bezeichnet die Online-Bestellung mit Abholung im Geschäft; ob das Widerrufsrecht gilt, hängt davon ab, wo der Kaufvertrag geschlossen wird.
Die Datenschutzerklärung informiert nach Art. 13 DSGVO darüber, welche personenbezogenen Daten ein Shop erhebt, wofür und an wen sie weitergegeben werden.
Beim Dreiecksbetrug schaltet sich ein Betrüger zwischen einen echten Verkäufer und einen Käufer, sodass der Käufer zahlt, die Ware aber beim Betrüger landet.
Dropshipping ist ein Handelsmodell, bei dem der Shop die Ware nicht selbst lagert, sondern sie direkt vom Hersteller oder Großhändler an dich schicken lässt.
Ein duales System sammelt und verwertet Verkaufsverpackungen; Online-Händler müssen sich nach § 7 VerpackDG mit ihren Verpackungen daran beteiligen, bevor sie verpackte Ware an Privatkunden abgeben.
Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) ist die Umsatzsteuer auf Waren, die aus Ländern außerhalb der EU eingeführt werden; in Deutschland beträgt sie 19 oder 7 Prozent.
Die elektronische Widerrufsfunktion, oft Widerrufsbutton genannt, ist seit dem 19. Juni 2026 nach § 356a BGB Pflicht für Online-Händler und muss mit „Vertrag widerrufen“ oder gleichbedeutend beschriftet sein.
Die EORI-Nummer ist eine EU-weit gültige Identifikationsnummer für Unternehmen, die Waren ein- oder ausführen; private Käufer brauchen sie in der Regel nicht.
Ein Fakeshop ist ein gefälschter Online-Shop, der nur dazu dient, Kunden zur Zahlung zu bewegen; die bestellte Ware wird nie oder nur als minderwertige Ware geliefert.
Der Fakeshop-Finder ist ein kostenloses Online-Werkzeug der Verbraucherzentrale, das eine Shop-Adresse automatisch auf Merkmale von Fakeshops prüft und als Ampel bewertet.
Ein Fernabsatzvertrag ist ein Vertrag, den Unternehmer und Verbraucher ausschließlich über Fernkommunikationsmittel wie Internet, Telefon oder Brief schließen.
Eine Garantie ist ein freiwilliges Versprechen des Herstellers oder Händlers, für bestimmte Eigenschaften einer Ware einzustehen; sie kommt zur gesetzlichen Gewährleistung hinzu.
Der Gefahrübergang bestimmt, wer das Risiko trägt, wenn Ware auf dem Versandweg verloren geht oder beschädigt wird; beim Online-Kauf durch Verbraucher trägt es bis zur Übergabe der Händler.
Geoblocking ist die Einschränkung des Zugangs zu Online-Shops oder Konditionen wegen der Staatsangehörigkeit, des Wohnsitzes oder des Standorts; innerhalb der EU ist es seit Dezember 2018 weitgehend verboten.
Gewährleistung ist die gesetzliche Haftung des Verkäufers für Mängel der Ware; beim Kauf neuer Ware vom Händler gilt sie zwei Jahre ab Übergabe.
Der Grundpreis ist der Preis je Kilogramm, Liter, Meter, Quadratmeter oder Kubikmeter; Händler müssen ihn nach § 4 Preisangabenverordnung neben dem Gesamtpreis angeben.
Gütesiegel für Online-Shops sind Zeichen privater Anbieter, die eine Prüfung oder ein Bewertungssystem bescheinigen; echt sind sie nur, wenn sie auf ein Zertifikat beim Siegelbetreiber verlinken.
Das Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis der Kaufleute und Handelsgesellschaften, geführt von den Amtsgerichten; seit August 2022 sind die Abrufe kostenlos.
Hinsendekosten sind die Kosten für die Lieferung der Ware zu dir; nach einem Widerruf muss der Händler sie in Höhe der günstigsten Standardlieferung erstatten.
HTTPS mit TLS-Verschlüsselung (früher SSL) schützt die Datenübertragung zwischen Browser und Shop; über die Seriosität des Anbieters sagt es nichts aus.
Beim Identitätsdiebstahl nutzen Kriminelle deine persönlichen Daten, um in deinem Namen zu bestellen, Konten zu eröffnen oder Verträge abzuschließen.
Das Impressum ist die Anbieterkennzeichnung einer Website; Online-Shops müssen darin nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz unter anderem Namen, Anschrift, Vertretungsberechtigte und E-Mail-Adresse nennen.
IOSS (Import One Stop Shop) ist ein EU-Verfahren, mit dem Händler aus Drittländern die Einfuhrumsatzsteuer für Sendungen bis 150 Euro schon beim Verkauf berechnen und abführen.
Beim Kauf auf Rechnung zahlst du erst, nachdem du die Ware erhalten hast; die Polizei nennt ihn als Zahlungsart, die vor Fakeshops schützen kann.
Kleinunternehmer im Sinne von § 19 UStG weisen keine Umsatzsteuer aus; seit 2025 gilt das, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt.
Kundenbewertungen sind Erfahrungsberichte von Käufern; seit Mai 2022 müssen Händler angeben, ob und wie sie sicherstellen, dass Bewertungen von echten Kunden stammen.
Käuferschutz ist ein vertragliches Programm von Zahlungsdiensten, Marktplätzen oder Siegelanbietern, das dir dein Geld erstattet, wenn bezahlte Ware nicht ankommt oder erheblich abweicht.
Lieferverzug liegt vor, wenn der Händler zu einem fälligen Termin nicht liefert und gemahnt wurde oder ein fester Termin verstrichen ist; dann kannst du eine Frist setzen und vom Vertrag zurücktreten.
LUCID ist das öffentliche Verpackungsregister der Zentralen Stelle Verpackungsregister; Online-Händler müssen sich dort nach § 6 VerpackDG registrieren, bevor sie verpackte Ware an Privatkunden abgeben.
Eine Maßanfertigung ist Ware, die nach deinen individuellen Vorgaben hergestellt wird; für sie gibt es nach § 312g Abs. 2 Nr. 1 BGB kein Widerrufsrecht.
Ein Online-Marktplatz ist eine Plattform, auf der fremde Händler und teils Privatpersonen verkaufen; dein Vertragspartner ist der jeweilige Verkäufer, nicht der Plattformbetreiber.
„Geld an Freunde und Familie senden“ ist eine PayPal-Funktion für private Zahlungen; sie ist vom PayPal-Käuferschutz ausgenommen und deshalb für Käufe ungeeignet.
Phishing bezeichnet gefälschte Nachrichten oder Websites, mit denen Kriminelle Zugangsdaten, Kartendaten oder Geld erbeuten wollen, etwa als angebliche Paketbenachrichtigung oder Shop-Mail.
Die Preisangabenverordnung (PAngV) regelt, wie Händler Preise gegenüber Verbrauchern angeben müssen, etwa als Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer, mit Grundpreis und bei Rabatten mit dem 30-Tage-Preis.
Eine Retoure ist die Rücksendung bestellter Ware an den Händler, meist nach einem Widerruf, einer freiwilligen Rückgabe oder wegen eines Mangels.
Rücksendekosten sind die Kosten für das Zurückschicken der Ware nach einem Widerruf; du trägst sie nach § 357 Abs. 5 BGB nur, wenn der Händler dich vorher darüber informiert hat.
Bei der SEPA-Lastschrift zieht der Händler den Betrag mit deiner Erlaubnis von deinem Konto ein; eine autorisierte Basislastschrift kannst du acht Wochen lang ohne Angabe von Gründen zurückgeben.
Ein Shopsystem ist die Software, mit der ein Online-Shop betrieben wird, entweder als gemietete Komplettlösung (Software as a Service) oder als selbst installierte Software.
Trusted Shops ist ein Kölner Anbieter von Gütesiegeln, Kundenbewertungen und Käuferschutz für Online-Shops; ein echtes Siegel verlinkt auf eine Zertifikatsseite des Anbieters.
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) ist eine EU-weit eindeutige Steuernummer für Unternehmen; in Deutschland beginnt sie mit DE und neun Ziffern, in Österreich mit ATU und acht Ziffern.
Verbraucherschlichtung ist ein außergerichtliches Verfahren zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Unternehmen vor einer anerkannten Schlichtungsstelle.
Ein Verbrauchsgüterkauf ist der Kauf einer Ware durch einen Verbraucher von einem Unternehmer; für ihn gelten nach §§ 474 ff. BGB besondere Schutzregeln.
Versandkosten sind die Kosten für die Lieferung der Ware; im Fernabsatz muss der Händler vor der Bestellung angeben, ob und in welcher Höhe sie anfallen.
Vorkasse bedeutet, dass du zahlst, bevor die Ware verschickt wird, meist per Überweisung; für Käufer ist sie die riskanteste Zahlungsart.
Der Warenkorb ist die Funktion eines Online-Shops, in der ausgewählte Artikel gesammelt werden, bevor die Bestellung abgeschlossen wird; das Hineinlegen ist noch kein Vertrag.
Wertersatz musst du nach einem Widerruf leisten, wenn die Ware an Wert verloren hat, weil du sie über das zur Prüfung nötige Maß hinaus genutzt hast.
Die Widerrufsbelehrung informiert über Bedingungen, Fristen und Verfahren des Widerrufs; fehlt sie oder ist sie fehlerhaft, beginnt die Widerrufsfrist nicht zu laufen.
Die Widerrufsfrist beträgt beim Online-Kauf 14 Tage; bei Waren beginnt sie mit dem Erhalt, bei Dienstleistungen mit dem Vertragsschluss.
Das Widerrufsrecht erlaubt Verbrauchern, einen Online-Kauf bei einem Unternehmer innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen rückgängig zu machen.
Der Zollwert ist die Bemessungsgrundlage für Zölle; er entspricht in der Regel dem Kaufpreis der Ware zuzüglich der Beförderungskosten bis zur EU-Grenze.
Bei einer Überweisung schickst du Geld aktiv an den Empfänger; einmal ausgeführt, lässt sie sich nur kurz oder gar nicht stoppen, Echtzeitüberweisungen sind sofort endgültig.
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